Gender Studies in Basel studieren

Die Geschlechterforschung befasst sich mit der Bedeutung von Geschlecht in Wissenschaft und Gesellschaft und betrachtet die Geschlechter und ihr Verhältnis zueinander. Damit eng zusammenhängend werden auch die verschiedenen Dimensionen von sozialen, ethnischen, kulturellen und sexuellen Differenzierungsprozessen untersucht (multidimensionale Perspektive, Interdependenz). Die Gender Studies sind ein interdisziplinäres Forschungs- und Studienfeld, Geschlechterfragen werden quer durch die Disziplinen behandelt. Dementsprechend bieten die Gender Studies in Basel ein breites interdisziplinäres Studienprogramm an, das von unterschiedlichen Fächern wie  Rechts- und Wirtschaftswissenschaften über die Kultur- und Sozialwissenschaften bis zu den Naturwissenschaften reicht. Vermittelt werden theoretische und methodische Grundlagen der Frauen-, Männer- und Geschlechterforschung sowie kritische Ansätze wie feministische Theorien, Queer Studies, kritische Rassismus-Forschung und postkoloniale Studien.

Die Gender Studies in Basel sind aber auch praxis- und berufsorientiert, angeboten wird der Erwerb von Gender-Qualifikationen und praktischen Methoden für unterschiedliche Handlungs- und Berufsfelder, zum Beispiel für die Bereiche Gleichstellungs- und Diversity Management, Medien, Personalwesen, Projekt- und Organisationsentwicklung oder für die Arbeit in politischen Institutionen und Organisationen.



Inhalte im Studium

Welchen Unterschied macht es, sich als Mann oder als Frau im öffentlichen Raum zu bewegen? Wie kommt es, dass die Wohnküche heute zunehmend beliebter wird? Warum gibt es in den meisten europäischen Ländern einen Mutterschafts-, aber erst vereinzelt Vaterschaftsurlaub? Wie sahen die Geschlechterverhältnisse in der Urgeschichte aus? Warum verdienen Frauen bei gleicher Arbeit weniger Geld? Reden Männer wirklich eher über Beruf und Sport und Frauen über Familie und Beziehungen? Das Studium der Geschlechterforschung bietet die Möglichkeit, diesen und einer Vielzahl weiterer Fragen rund um die Bedeutung von Geschlecht nachzugehen.

Im Studium legen wir einen besonderen inhaltlichen Schwerpunkt auf

  • historische und aktuelle Analysen von Persistenz und Wandel der Geschlechterverhältnisse im Zuge der globalen Transformationsprozesse,
  • die Bereiche der Queer und Postcolonial Theory und
  • die Weiterentwicklung der Geschlechtertheorie im Anschluss an die ältere Kritische Theorie, Michel Foucault und (de)konstruktivistische Ansätze (Erving Goffman und Judith Butler).
  • Multidimensionale Analysen (Klasse, „Rasse“/Ethnizität, Geschlecht und Sexualität)
  • Inter- Trans- und Postdisziplinarität.

Die vier Themenfelder

Das Lehrangebot der Geschlechterforschung in Basel ist in vier Themenfelder organisiert. Diese sind inhaltlich und nicht disziplinär organisiert, d.h. in einem Themenfeld finden sich Veranstaltungen aus verschiedenen Fächern und Fakultäten.

Die Liste der in den Themenfeldern genannten Stichworte ist nicht abschließend, sondern stellt einen Versuch dar, die Inhalte des jeweiligen Themenfeldes zu umreißen. Einige der hier angeführten Themen können unter Umständen mehreren Themenfeldern zugeordnet werden.

1. Subjekt, Körper & Identität

Sozialisation – Geschlechtsidentität – politische, ethnische, sexuelle, religiöse, nationale, kulturelle Identitäten – Sexualität – Reproduktion – Krankheit – Gesundheit – Geschlechtskörper – Körperwahrnehmung – Körperpraxen – Körperhabitus – Selbstverhältnisse – (Auto-)Biographie – Psyche – Gefühle – Persönlichkeit – Individuum – Intersubjektivität

2. Herrschaft, Normativität und symbolische Ordnung

Norm – Normierung – Normalisierung – Werte – Moral– Recht – Menschenrechte – Macht – Ungleichheit – Institutionen – Staat – Kirche – Politik – Nationalismus – Hegemonie – Diskriminierung – Gewalt – Disziplinierung – Widerstand – Utopie  – Geschlechternormen & -praxen – Medien – Film – Literatur – Theater – Kunst – Imaginäres – Androzentrismus – Eurozentrismus

3. Lebensverhältnisse, Umwelt & Ökonomie

Familie – Beziehungsformen – Liebe – Ehe – Reproduktionsarbeit – Erwerbsarbeit – Markt – Sozialstaat – Prekarität – Kommunikation – Lebensraum – Urbanisierung – Natur – Ökologie – Globalisierung

4. Wissensformen und Wissenschaft

Erkenntnistheorie – Wissenschaftskritik – Standpunkttheorie – Denken – Kategorien – Binarität – Objektivität – Subjektivität – Rationalität


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