Kontinuität & Wandel von Geschlechterungleichheiten in Ausbildungs- & Berufsverläufen

Laufzeit: 1.8.2010 - 31.03.2013
Projekt im Rahmen des NFP 60 (Gleichstellung der Geschlechter), unterstützt durch die Freiwillige Akademische Gesellschaft Basel
Projektnummer: 406040_129220

Projektkurzbeschrieb: deutsch / Sommaire français / Project outline english

Leitung

Prof. Dr. Andrea Maihofer (Zentrum Gender Studies, Universität Basel)
Prof. Dr. Max Bergman (Seminar für Soziologie, Universität Basel)
Dr. Sandra Hupka-Brunner (Seminar für Soziologie Universität Basel)

Mitarbeitende

Dr. Evéline Huber (Seminar für Soziologie, Universität Basel)
Dr. Karin Schwiter (Geographisches Institut Universität Zürich)
Dr. Nina Wehner (Zentrum Gender Studies, Universität Basel)
Dr. Robin Samuel (Seminar für Soziologie, Universität Basel)
Dr. Shireen Kanji (Seminar für Soziologie, Universität Basel)

Aktuell: Schlussbericht zum Projekt liegt vor

Maihofer Andrea / Bergman M. Max / Huber Evéline / Hupka-Brunner Sandra / Kanji Shireen / Schwiter Karin / Wehner Nina (2013) Kontinuität und Wandel von Geschlechterungleichheiten in Ausbildungs- und Berufsverläufen. Schlussbericht zu Handen des Schweizerischen Nationalfonds. (Erweiterte Zusammenfassung, Kurzzusammenfassung, Ergebnisse als Poster)

Medienmitteilung: deutsch / Communiqués de presse: français / Media Release: english

Projekt

Ausgangspunkte: Noch immer bestehen in den Ausbildungs- und Berufsverläufen junger Erwachsener in der Schweiz erhebliche Geschlechterungleichheiten. Wie sind diese zu erklären? Welche Faktoren und Mechanismen spielen dabei eine Rolle? Und wo lässt sich inzwischen ein Wandel feststellen?

Kontext/Hintergrund: Trotz vieler Bemühungen verlaufen die Ausbildungs- und Berufsbiografien von Jugendlichen in der Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch immer sehr geschlechtstypisch: Männer werden selten Primarlehrer und nur wenige Frauen Chefin einer Grossbank. Frauen wie Männer sind  in ihren Möglichkeiten stark eingeschränkt und können ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Zudem verfestigen diese Ungleichheiten  die traditionelle Arbeitsteilung in der Familie. Bislang fehlen ausreichende Erkenntnisse über die Ursachen dieses Verharrens in alten Mustern,  aber auch über den Wandel.

Ziele und Methoden: Ziel des Projekts ist, diese Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen in den Ausbildungs- und Berufsverläufen unter Berücksichtigung sowohl persönlicher als auch institutioneller Faktoren zu erklären. Dabei steht die Zeit von der Ausbildung bis zur Berufseinmündung im Mittelpunkt der Betrachtungen. Die Forschenden verwenden ein Mixed Methods Design und analysieren quantitative Längsschnittdaten der TREE-Studie, welche seit zehn Jahren den Übergang von der Erstausbildung ins Erwerbsleben verfolgt. In teilnarrativen Interviews befragen die Forschenden 30 Personen mit geschlechtstypischen und -untypischen Biografien. Die Aufmerksamkeit gilt insbesondere dem familiären Hintergrund, persönlichen und institutionellen Erfahrungen sowie den Vorstellungen von Beruf und Familie. Die Erkenntnisse geben den Forschenden auch Aufschluss über den individuellen Geschlechtshabitus der Interviewten.

Bedeutung: Der wissenschaftliche Beitrag des Projekts liegt in neuen Einsichten in die komplexen Wechselwirkungen zwischen Elternhaus, Bildungswegen, familiären und beruflichen Lebensentwürfen und Geschlechternormen. Die Erkenntnisse, warum geschlechtsspezifische Unterschiede in Ausbildungs- und Berufsverläufen bestehen bleiben oder sich wandeln, dienen als Grundlage, um Gleichstellungspolitik nachhaltig zu gestalten und ein geschlechtergerechteres Ausbildungs- und Berufssystem zu entwickeln.

Publikationen

  • Hupka-Brunner Sandra / Samuel Robin / Huber Evéline / Bergman M. Max (2011) Geschlechterungleichheiten im intergenerationalen Bildungstransfer in der Schweiz. In: Hadjar Andreas (Ed.), Geschlechtsspezifische Bildungsungleichheiten. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 77-98.
  • Maihofer Andrea (2013) Geschlechterverhältnisse I. Geschlechtersegregation im Beruf. In: UniNova. Wissenschaftsmagazin der Universität Basel, Heft 122, 37. (Artikel)
  • Maihofer Andrea / Bergman M. Max / Huber Evéline / Hupka-Brunner Sandra / Kanji Shireen / Schwiter Karin / Wehner Nina (2013) Kontinuität und Wandel von Geschlechterungleichheiten in Ausbildungs- und Berufsverläufen. Schlussbericht zu Handen des Schweizerischen Nationalfonds. (Erweiterte Zusammenfassung, Kurzzusammenfassung)
  • Maihofer Andrea / Bergman M. Max / Huber Evéline / Hupka-Brunner Sandra / Kanji Shireen / Schwiter Karin / Wehner Nina (2012) Kontinuität und Wandel von Geschlechterungleichheiten in Ausbildungs- und Berufsverläufen junger Erwachsener in der Schweiz. Zwischenbericht zum Forschungsprojekt zu Handen des Schweizerischen Nationalfonds. (Zusammenfassung)
  • Maihofer Andrea / Schwiter Karin / Wehner Nina (2012) Geschlechtersegregation. Subtile Mechanismen beeinflussen die Berufswahl. In: Panorama. Bildung, Beratung, Arbeitsmarkt, 5/2012: 22-23. (Artikel)
  • Maihofer Andrea / Wehner Nina / Schwiter Karin / Hupka-Brunner Sandra (2013) Berufsziel Informatikerin oder Pflegefachmann? Geschlechtersegregation in Ausbildungs- und Berufsverläufen in der Schweiz. In: Erziehungsdepartement des Kantons Basel-Stadt (Hg.): Jahresbericht der Berufsfachschule Basel 2012/2013, 20-28. (Artikel)
  • Schwiter Karin, Hupka-Brunner Sandra, Wehner Nina, Huber Evéline, Kanji Shireen, Maihofer Andrea, Bergman Manfred Max (2014) Warum sind Pflegefachmänner und Elektrikerinnen nach wie vor selten? Geschlechtersegregation in Ausbildungs- und Berufsverläufen junger Erwachsener in der Schweiz. in: Schweizerische Zeitschrift für Soziologie, 40(3), 401-428. (Artikel)
  • Schwiter Karin (2013) Mechanismen der Sortierung. In: Forum - Zeitschrift der FachFrauen Umwelt, Heft 3/2013, 3-4. (Artikel)
  • Schwiter Karin / Wehner Nina / Maihofer Andrea / Huber Evéline (2011) Zur Hartnäckigkeit geschlechtssegregierter Ausbildungs- und Berufsverläufe. Konzeptionelle Überlegungen zu einer empirischen Untersuchung. In: femina politica, 14(2), 20-32. (Artikel)
  • Wehner Nina / Maihofer Andrea / Schwiter Karin (2012) Zukunftspläne junger Frauen. Zur Verschränkung von Familiengründung und Berufstätigkeit. In: Betrifft Mädchen, Deutsche Fachzeitschrift für Mädchenarbeit, 25(4):159-163. (Artikel)
  • Wehner Nina / Schwiter Karin / Hupka-Brunner Sandra / Huber Evéline (2013) Wer aus der Geschlechterreihe tanzt, ist oft ein Talent Frauen und Männer in untypischen Berufsfeldern sind überdurchschnittlich talentiert. In: HR Today - die Fachzeitschrift für HR-Verantwortliche in der Schweiz. Heft 9/2013, 40-41. (Artikel)
  • Wehner Nina / Schwiter Karin / Hupka-Brunner Sandra / Huber Evéline (2013) Ce que révèle le choix des femmes et des hommes pour des professions atypiques. in: HR Today - revue spécialisée suisse des ressources humaines. In: HR Today, décembre 2013. (Artikel)

Tagungen

Das Team des NFP-60 Projekts hat gemeinsam mit dem Seminar für Soziologie der Universität Basel  am 23./24. November 2012 eine internationale Tagung zu "beruflicher Orientierung, Bildungssystemen und vergeschlechtlichten Übergängen von der Schule in den Beruf" durchgeführt. Siehe: Tagungsprogramm mit Abstracts der Tagungsbeiträge