Gender & Science. Analysing Gender Structures in the NCCR MSE

Dr. Andrea Zimmermann, Fleur Weibel M.A., Prof. Dr. Andrea Maihofer, Dr. Ralf Stutzki, Alea Läuchli B.A.

Laufzeit

01.06.2018 – 31.12.2020
Laufendes Kooperationsprojekt zwischen dem Zentrum Gender Studies und dem NCCR MSE 

Seit Juni 2018 widmet sich das Kooperationsprojekt «Gender & Science» des Zentrums Gender Studies der Universität Basel und des NCCR Molecular Systems Engineering (NCCR MSE) der Erforschung der Geschlechterverhältnisse in diesem erfolgreichen nationalen Forschungsschwerpunkt, in dem vor allem die Disziplinen Chemie, Biologie und Medizin interdisziplinär und interuniversitär zusammenarbeiten. Ausgangspunkt dieser Zusammenarbeit ist das offensichtliche Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern, sind doch nur je ein Fünftel der Principal Investigators (PIs) und PostDocs Frauen, während auf der Ebene der Doktorierenden fast 40% weibliche Nachwuchswissenschaftlerinnen vertreten sind. Aufgrund dieser Unterrepräsentation der Frauen auf den obersten Karrierestufen hat der NCCR MSE das Kooperationsprojekt mit dem Zentrum Gender Studies initiiert. Im Sinne einer Selbstevaluation soll untersucht werden, welche Verhältnisse innerhalb des NCCR MSE zur Aufrechterhaltung bzw. zur Verbesserung dieses Ungleichgewichts beitragen. Vor dem Hintergrund einer sich zunehmend für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzenden SNF Policy soll das Projekt zudem wichtige Einsichten und Wissen über den NCCR MSE hinaus generieren.

Forschungsfragen

  • Wie sind die Forschungspraxis und die Nachwuchsförderung des NCCR MSE strukturiert und welche Rolle spielen Geschlechter- und Differenzverhältnisse darin?
  • Wie lassen sich Arbeitsprozesse und Nachwuchsförderung geschlechter- und differenzsensibler gestalten?

Forschungsdesign

Explorative Phase Juni 2018 – Mai 2019: Anhand von teilnehmenden Beobachtungen in den Labs und durch Expert*innen-Interviews mit ausgewählten Personen innerhalb und ausserhalb des NCCR hat sich das Forschungsteam einen Überblick über die Strukturen und Prozesse des NCCR MSE verschafft und einen ersten Eindruck gewonnen von den Selbstverhältnissen der Forschenden, von ihren Interaktionen im Forschungsalltag sowie von den institutionellen Bedingungen, die den nationalen Forschungsschwerpunkt prägen.

Qualitative Interviewstudie Juni 2019 – Mai 2020: Ausgehend von der Analyse der Einsichten aus der explorativen Phase wurden die Leitfäden für die zwanzig qualitativen Interviews entwickelt, die in der zweiten Phase mit PhDs, Postdocs und PIs des NCCR MSE geführt werden. Ergänzt wird diese Interviewstudie durch weitere teilnehmende Beobachtungen sowie Material- und Literaturanalysen.

Entwicklung von Schulungen für PIs und Fördermassnahmen für PhDs und Postdocs von Juni 2020 – Dezember 2020.

Während der gesamten Projektlaufzeit erfolgt eine fortlaufende Dokumentation und Kommunikation der Ergebnisse, um das Bewusstsein für das Thema Gender & Diversity im NCCR MSE zu schärfen und die Diskussion über geschlechtsspezifische Muster des Arbeitsalltags zu fördern.  

Aktuelles aus dem Projekt

Aktuelle Timeline in Englisch auf der Homepage des NCCR MSE 

Februar 2020

Anlässlich des “International Day of Women in Science” am 11. Februar haben Physikerinnen der Universität Basel eine Ausstellung über bedeutende Forscherinnen und eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Gäst*innen aus der Industrie und Forschung organisiert. Als Teil des Forschungsprojekts «Gender & Science» war Fleur Weibel eine der Diskussionsteilnehmenden. Gemeinsam mit Prof. Dr. Ilaria Zardo, Dr. Heike Riel, Dr. Monika Mommertz und Dr. Shivanthi Sadacharan wurde über Strategien zur Erhöhung der Gender Balance in den Naturwissenschaften diskutiert. Sowohl die Ausstellung als auch die Podiumsdiskussion waren gut besucht und ein Erfolg für das Frauennetzwerk des Physik Departements.

Mehr dazu hier.

November 2019

Fleur Weibel hat am 8. November am vom SNSF organisierten Equal-Opportunities-Austauschtreffen teilgenommen. Die Präsentationen und Poster der Gleichstellungsbeauftragten der 16 NCCRS gaben spannende Einblicke in die unterschiedlichen Strategien und Massnahmen zur Förderung der Gleichstellung, die momentan in den NCCRs verfolgt werden. Gleichzeitig bot das Treffen Gelegenheit, Kontakte mit den Vertreter*innen des SNSF und anderen NCCRs zu vertiefen, die grosses Interesse am Kooperationsprojekt mit dem NCCR MSE gezeigt haben.

August 2019

Der wissenschaftliche Beirat setzt sich aus Expert*innen mit je unterschiedlicher, interdisziplinärer Fachexpertise zusammen. Vier Forschende aus dem Feld der MINT-, Gender- und Science Studies haben ihre Teilnahme bestätigt.

Prof. Dr. Anelis Kaiser

Professorin für Gender Studies in MINT am Department für Computer Science der Universität Freiburg i.Br.. Schwerpunkte ihrer Forschung sind u.A. Feminist Neuroscience, Inter- und Transdisziplinarität zwischen Naturwissenschaften und Geschlechterforschung und Neurogenderings. 

Prof. Dr. Ruth Müller

Professorin für Science and Technology Policy am Münchner Zentrum für Technology in Society an der Technischen Universität München. Prof. Müller verfügt über Abschlüsse in Molekularbiologie (M.Sc.) und Soziologie (PHD). Sie beschäftigt sich im Spezifischen mit den Inter­aktionen von Forschungspolitik, institutionellen Werten und akademischen Wissenskulturen; den Normen und Praxen akade­mischer Karriere­entwicklung; der Soziologie und Epistemologie der Lebens­wissen­schaften; sowie Fragen von Gender und Diversity in natur- und technik­wissen­schaftlichen Wissens- und Arbeitsfeldern. Damit ist sie eine Expertin in interdisziplinärer Kollaboration.

Prof. Dr. Markus Prechtl

Professor für Fachdidaktik Chemie an der TU Darmstadt. In seiner Forschung interessiert er sich für die Akteur*innen und die Organisation der Naturwissenschaften und beschäftigt sich mit dem stereotypen Image der einzelnen Wissenschaften. Momentan leitet er das Projekt "DiSenSU", welches Karriereorientierung für Mädchen mit Migrationsbackground bietet. 

Dr. habil. Sigrid Schmitz

Bis 2018 Gastprofessorin für Gender & Science and der HU Berlin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind der Dialog zwischen Gender Studies und MINT-Fächern sowie Hirnforschung/Moderne Neokulturen und Gender. Momentan ist sie Dozentin am Zentrum für Gender Studies in Basel. 

Anelis Kaiser

Anelis Kaiser

Juli 2019

Das Forschungsteam des Zentrums Gender Studies hatte die Chance, den international bekannten "Advocate of Equality in Science" und renommierten Chemie-Professor, Paul Walton, zu einem Experten-Interview zu treffen. Später am Tag hielt er einen spannenden Vortrag im Rahmen der SerminBar über "Gender Equality: why is it taking so long?", der zu lebhaften Diskussionen anregte. Mit diesem äusserst erkenntnisreichen Treffen ist die explorative Phase des Forschungsprojektes abgeschlossen. 

Mai 2019

Das Forschungsteam "Gender & Science" hat mit einem Vortrag zu der aktuellen Repräsentation von Frauen in den NCCRs und einem Workshop zu 'Life planning, Career & Gender' an der Fellow Retreat 2019 des NCCR MSE teilgenommen. Während dem Retreat entstanden spannende Diskussionen mit Fellows und PIs, die dem Forschungsteam weitere interessante Einblicke ermöglichten. 

Dezember 2018

Während der teilnehmenden Beobachtung in den Forschungslabs konnte das Forschungsteam "Gender & Science" spannende Einblicke in die täglichen Routinen und Aktivitäten des NCCR MSEs gewinnen. 

Juni 2018

Das Kooperationsprojekt ist angelaufen. Der Forschungsplan wurde vorgestellt und mit Vertreter*innen des NCCR MSE an der Fellow Retreat in Magglingen diskutiert.