Promotion: Christine Löw

‚Eine Struktur kritisieren, die man nicht nicht bewohnen will’ –Die postkolonial-feministischen Arbeiten Gayatri C. Spivaks im Spannungsfeld von Neokolonialismus, Dritte Welt-Frauen und epistemischer Kritik

Ausgehend von den aktuellen Debatten um Globalisierung untersuche ich in meiner Dissertation aus einer erkenntniskritischen Perspektive, ob es gegenwärtigen Theorien gelingt, die Lebensumstände, Erfahrungen und Subjektivitäten von Dritte Welt-Frauen in ihre Analysen miteinzubeziehen. Bezugnehmend auf die postkolonial-feministischen Arbeiten Gayatri C. Spivaks gehe ich dabei von der Annahme aus, dass sich Kolonialismus nicht nur im sozioökonomischen, politischen oder kulturellen Bereich niedergeschlagen hat, sondern auch in die westlichen Wissenssysteme eingeschrieben wurde (epistemic violence). Am Beispiel von Feminismus, Marxismus und der Dekonstruktion zeige ich, dass auch diese kritischen Diskurse bisher nicht in der Lage sind, die (neo)kolonialen Auswirkungen angemessen zu berücksichtigen. Entlang der vier Themenkomplexe - Repräsentation, Arbeitswerttheorie, Biodiversität und Menschenrechte - gehe ich der Frage nach, wie westliche Überlegungen zu aktuellen Globalisierungsprozessen erweitert werden müssen, um die Unterdrückung, die Kämpfe und die Perspektiven von Frauen in der Dritten Welt zu erfassen und zu begreifen.

Politologie, Philosophie, Soziologie, Universität Frankfurt a.M.
Promotion im Fach Politologie an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt am Main.
Erstgutachterin: Prof. Dr. Ursula Apitzsch
Zweitgutachterin: Prof. Dr. Andrea Maihofer

Keywords: Postkolonialer Feminismus, Globalisierung, Marxismus, Dekonstruktion, Repräsentation, Biodiversität, Menschenrechte
Verfahren abgeschlossen:
29. Oktober 2007