"Aber ich muss ja meine Arbeit schaffen!" Ein ethnografischer Blick auf den Alltag im Frauenberuf Pflege


Doris Arnold
 

Ziel der Arbeit ist es, Einblicke in die Pflegepraxis im Krankenhaus zu gewinnen, die einerseits Aufschlüsse über die Bedeutung von Geschlecht im Frauenberuf Pflege und andererseits über die Relevanz der Professionalisierung für die praktisch tätigen Pflegenden geben können. Diese Problematik wurde in Bezug auf ihre Auswirkungen auf der Ebene der "Existenzweise" (Maihofer 1995) der Pflegenden untersucht. Dazu habe ich eine ethnografische Studie auf zwei Krankenhausstationen und Interviews mit den dort tätigen Pflegenden durchgeführt.

Wenn Pflegende zwischen dem, was sie als "Arbeit" bezeichnen und der Leistung von Zuwendung unterscheiden, verweist dies auf die historische Konstitution von Pflege als hausarbeitsnaher Frauenarbeit. Die Norm, "die Arbeit schaffen zu müssen" wird auch emotional in Form von Ängsten und "schlechtem Gewissen" relevant. Pflegende zeigen einen "tätigen Habitus" und spüren einen körperlichen Druck, "tätig zu werden", wenn sie Zuwendung geben. "Doing Gender" betreiben Pflegende z.B., wenn sie sich von "Aufopferung" abgrenzen und sich als "cool" und souverän darstellen. Sie entwickeln eigenwillige Definitionen von "Professionalität", die auch Emotionalität mit einschließen. Darüber hinaus habe ich den Umgang der Pflegenden mit "professionellen Ansprüchen" an ihre Arbeit in Form der Umsetzung des "Pflegeprozesses", des Umgangs mit "schwierigen PatientInnen" und die Zusammenarbeit mit ÄrztInnen analysiert.

Dieses Buch basiert auf einer Promotion an der Universität Basel (2008) und wurde von Prof. Dr. Andrea Maihofer, Prof. Dr. Tilla Siegel und Prof. Dr. Ruth Schröck begutachtet.