Väter von Teenagern 

Sichtweisen von Vätern und ihren jugendlichen Kindern auf ihre Beziehung


Diana Baumgarten

 

Trotz dem mittlerweile umfangreichen und teilweise auch recht heterogenen Wissensfundus im Bereich der Vaterforschung lassen sich Analysen oder Konzeptualisierungen der Vater-Kind-Beziehung eher selten ausmachen. Wenn, dann fliessen Aussagen darüber als „Nebenergebnis“ ein, als eigenständiges Thema bleibt sie bisher eher marginalisiert. Die Arbeit versteht sich daher als Beitrag, die Vater-Kind-Beziehung als eines der wesentlichen Elemente von Vaterschaft in die Forschung einzubringen.

Die zentrale Fragestellung lautet: Wie beschreiben Väter und ihre Kinder aus ihrer jeweiligen Perspektive ihre Beziehung zueinander? Dabei geht es weder um die Messung der Beziehungsqualität, noch um die Beurteilung des väterlichen Engagements für die Familie oder die Sozialisation des Kindes. Vielmehr wird aus soziologischer Perspektive und mittels qualitativer Methoden die Diversität subjektiver Vorstellungen, Selbstbilder und normativer Orientierungen in Bezug auf die Vater-Kind-Beziehung sichtbar gemacht. Damit wird ein Verständnis darüber gewonnen, wie Väter die Beziehungen zu ihren Kindern herstellen und inwieweit sie sich selber als (aktive) Beziehungsgestalter konstituieren.

Die Auswertung des empirischen Materials hat gezeigt, dass sich bei den interviewten 8 Vätern und 8 dazugehörenden jugendlichen Kindern ein breites Spektrum an subjektiven „Vorstellungen einer Vater-Kind-Beziehung“ rekonstruieren lässt. Dabei zeigt sich folgender Hauptunterschied: Für einen Teil der Väter ist die Vater-Kind-Beziehung etwas Herstellungsbedürftiges. Väter mit dieser Sichtweise zielen dabei vor allem auf die Entstehung einer emotionalen Verbundenheit zwischen sich und dem Kind. Für den anderen Teil der Väter besteht die Notwendigkeit zur Herstellung der Vater-Kind-Beziehung hingegen nicht, weil sie (inklusive der emotionalen Verbundenheit) als konstant vorhanden vorausgesetzt wird.

Bei allen befragten Kindern hat sich ein enger Zusammenhang zwischen einer als gut wahrgenommenen Beziehungsqualität und der Möglichkeit zur Kommunikation und Austausch mit dem Vater gezeigt. Dies unabhängig davon, ob es den Vätern gemäss ihrer eigenen Wahrnehmung gelingt, sich auf eine grosse kommunikative Nähe einzulassen oder nicht.

Dieses Buch basiert auf einer Promotion an der Universität Basel (2012) mit dem Titel "Väter von Teenagern  - Sichtweisen von Vätern und ihren jugendlichen Kindern auf ihre Beziehung" und wurde von Prof. Dr. em. Andrea Maihofer und Prof. Dr. em. Ueli Mäder (Universität Basel) begutachtet.