
Es klaffen Lücken im Allgemeinwissen und im Wissen der Wissenschaften. Diese Einsicht bildet eine zentrale Ausgangslage der Geschlechterforschung und wirft essentielle Fragen auf: Wo sind die Frauen und ihre alltäglichen Erfahrungen? Doch was sind Frauen überhaupt – und was Geschlecht generell? Natur, Kultur, Naturkulturen? Gilt eine Definition für alle und wer (und was) bleibt ausgeschlossen? Mehr noch: Wie sind Wissensbestände über Geschlecht und Sexualität in Machtdynamiken verstrickt und wie spielen sie mit race, Klasse oder dis/ability zusammen? Und schliesslich: Welche Formen der Wissensproduktion und welche Wissensbestände sind nötig, um «bessere Welten» zu realisieren?
Zentrales Anliegen der Geschlechterforschung bzw. Gender Studies ist das Aufdecken und Füllen von Lücken in verfügbaren Wissensbeständen. Die Basler Geschlechterforschung tut dies mit Blick auf die hochgradig technisierten sozialen Welten, in denen wir uns alltäglich bewegen und die uns bewegen. Daher werden auch nicht-menschliche Lebewesen sowie technische Infrastrukturen und Objekte zentral gemacht. Geschlecht wird so verstanden zu einer analytischen Linse, um empirisch nuanciert und theoretisch rigoros soziale Ordnungen und gesellschaftliches Leben zu beschreiben und analysieren. Master-Studierende der Basler Geschlechterforschung erwerben dafür ein vertieftes Verständnis für Theorien und Kontroversen der Geschlechterforschung, um in ihrem Masterstudium eigenständig und reflektiert erfahrungsnahes und evidenzbasiertes Wissen über und mit Geschlecht zu erarbeiten.
Gegründet 2001, zählt das Basler Zentrum Gender Studies (ZGS) zu den vier zentralen Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen für Geschlechterforschung in der Schweiz. Einmalig ist in Basel die Möglichkeit, Geschlechterforschung an einem Ort auf allen Stufen – von Bachelor über Master bis zu Doktorat – zu studieren. Dies macht das Zentrum Gender Studies zu einem lokal lebendigen, national anerkannten wie international vernetzten Studienort. Unsere Veranstaltungen laden Studierende, Forschende und die Öffentlichkeit ein, mit uns gemeinsam zu denken. Sei es im Seminarraum, in der Stadt oder im Rahmen internationaler wissenschaftlicher Austauschformate.
Im Masterstudium der Geschlechterforschung vertiefen Studierende theoretisches Wissen und reflektierten Umgang mit Konzepten und Methoden der Geschlechterforschung. Grob gliedert sich das Master-Studium in zwei Bereiche: (1) Eine einführende Vorlesung plus wechselnde thematische Seminare erlauben eine vertiefte und nach individuellen Interessen gestaltbare Auseinandersetzung mit Theorien und Debatten der Geschlechterforschung. (2) Ein Praktikum und/oder die Vermittlung von anwendungsbezogenem Wissen zu Geschlechterforschung in der Praxis ermöglicht Einblicke in Arbeitsgebiete und die Aneignung praktischer Expertise.
Als interdisziplinäres Studienfach bietet Geschlechterforschung viele fachliche Anknüpfungsmöglichkeiten. Im Basler Zwei-Fach-System kann das Studium der Geschlechterforschung mit allen anderen Studienfächern der Fakultät kombiniert werden – von Kulturanthropologie über Soziologie bis Digital Humanities – oder mit einem ausserfakultären Studienfach – wie zum Beispiel Rechtswissenschaft. Zusätzlich ermöglichen Partnerschaften mit verschiedenen Universitäten in Europa eine internationale Ausrichtung des Studiums durch ein Mobilitätssemester oder -jahr.
| Abschluss | MA in Geschlechterforschung |
| Art | Studienfach |
| Start | Februar, September |
| Kreditpunkte | 120 |
| Studienaufbau | Der Master ist der zweite Studienabschluss nach dem Bachelor und umfasst insgesamt 120 Kreditpunkte (KP). Geschlechterforschung wird mit einem zweiten, davon unabhängigen Studienfach zu je 35 Kreditpunkten studiert. Jenes Fach, in dem die Masterarbeit (30 KP) geschrieben wird, wird zum Major, das andere zum Minor. Ergänzend kommt der freie Wahlbereich (20 KP) hinzu. Ein Kreditpunkt (KP) ECTS entspricht ungefähr 30 Arbeitsstunden. |
| Fächerkombination | Als zweites Masterstudienfach kommt ein Fach der Philosophisch-Historischen Fakultät oder ein ausserfakultäres Studienfach in Frage. Die Studierenden können es ihren Interessen und beruflichen Zielen gemäss wählen. Der freie Wahlbereich besteht aus frei wählbaren Lehrveranstaltungen, die zur Vertiefung in den Studienfächern, zum Einblick in andere von der Universität Basel angebotene Studienfächer oder zum Erwerb von Sprachkompetenzen einsetzbar sind. |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Fachbereich |
Die Zulassung zum Masterstudium wird grundsätzlich durch die Studierendenordnung der Universität Basel sowie die Studienpläne der einzelnen Studienangebote geregelt. Detailliertere Angaben zur allgemeinen Zulassung zum Masterstudium finden Sie hier.
Voraussetzung für eine Zulassung ohne Auflagen ist ein Bachelorabschluss einer von der Universität Basel anerkannten Hochschule im Umfang von 180 KP.
Die fachspezifischen Anforderungen werden im Studienplan des jeweiligen Faches unter Zulassungsvoraussetzungen (§3) festgelegt. Darüber hinaus kann die Wegleitung weitere Informationen enthalten, die für den erfolgreichen Studienverlauf von grosser Bedeutung sind.
Die Anmeldung für das Bachelor- und Masterstudium – auch zu einem verspäteten Zeitpunkt – muss innerhalb festgelegter Anmeldefristen erfolgen.
Die Universität Basel organisiert regelmässig Informationsanlässe für das Bachelor- und Masterstudium. Die Philosophisch-Historische Fakultät weist auf ihrer Veranstaltungsseite jeweils darauf hin.
Einige Fachbereiche bieten zusätzlich separate Informationsanlässe oder Begrüssungsveranstaltungen an. Bitte informieren Sie sich auf der Seite des entsprechenden Fachbereiches, wann und wo solche Veranstaltungen angeboten werden.
Siehe auch Merkblätter unter Dokumente und Merkblätter.
Alle Daten vorbehaltlich nachträglicher Änderungen.
Mögliche Arbeitsgebiete für Absolvierende des Masters Geschlechterforschung umfassen die Diversity- und Gleichstellungsarbeit in öffentlicher Verwaltung und Privatwirtschaft und – je nach Zweitfach-Kombination – Karrierewege in Bildungsinstitutionen, in (ausser-)universitären Forschungseinrichtungen, in Kunst- und Kulturbetrieben, sowie in Organisations- und Personalentwicklung, bei denen ein kompetenter, evidenzbasierter und reflektierter Umgang mit Differenzen, Diversität sowie Ungleichheiten zentral ist.
Der Abschluss des Masterstudienfachs erfüllt ausserdem die formalen Zugangsvoraussetzungen für eine Promotion.
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